Bergedorfer Zeitung schreibt über Fotoausstellung

Bergedorfer Zeitung schreibt über Fotoausstellung

Altes Handwerk & Traditionsberufe – mit ersten Einblicken

Thomas Heyen von der Bergedorfer Zeitung hat mich während der Vorbereitung zu meiner Fotoausstellung interviewt und gibt mit der heutigen Veröffentlichung wunderbare Enblicke.

Am kommenden Wochenende ist es soweit. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Gestern Abend habe ich das letzte Portrait fotografiert und musste dafür (wieder einmal) bis hoch zum Dachfirst eines Hauses. Nachdem ich das Gerüst hochgeklettert war, stellte ich fest, dass sich der Zimmermann, um mit der rechten Hand gut arbeiten zu können, ungünstig im Gegenlicht befand. Der Zimmermann fand es höchst amüsant, dass ich mich auf allen Vieren die Querstreben des Daches entlang hangelte

, um auf die andere Seite zu kommen: „Schade, dass ich jetzt keine Kamera dabei habe“, hörte ich nur von hinten. Naja, gute Laune war schon mal da; auch wenn mir dabei nicht ganz geheuer war. Aber noch einmal Gerüst runter, um auf der anderen Seite wieder hoch zu steigen, wäre ja noch komplizierter gewesen.

Das letzte Foto war nun also auch im Kasten. Inzwischen sind alle Fotos ausgewählt und beim Fotofachlabor. Morgen ist für mich Drucküberwachung angesagt. Dann geht es in die Aufhängungsphase und Detail-Vorbereitung.

Mehr über meinen Beweggrund und die tollen Einblicke in Werkstätten und Arbeitsweisen hatte ich schon im Beitrag Fotoausstellung Altes Handwerk & Traditionsberufe verraten.

Den wunderbar verfassten Artikel der Bergedorfer Zeitung gibt es in voller Gänze hier zu lesen: Ausstellung in Neuengamme zeigt alte und klassische Berufe

Profi-Fotografin Andrea Lang (39) präsentiert am kommenden Wochenende eine Ausstellung mit 20 großformatigen Schwarz-Weiß-Porträts.

Die 39-Jährige fotografierte einen Müller, einen Intarsientischler, einen Hutmacher, einen Reetdecker, einen Müller, einen Imker einen Pfeifenbauer, einen Buchbinder und viele weitere Handwerker. Viele der von ihr dokumentierten Gewerke sind immer seltener vertreten, einigen drohen auszusterben. Die Bilder stehen nicht zum Verkauf. Die Fotografin betrachtet ihre Ausstellung als „Weckruf“. Sie wolle dazu anspornen, „alte Berufe in Anspruch zu nehmen“, denn „sonst gibt es sie nicht mehr“. So konnte sie keinen Kutschenbauer für ihr Projekt gewinnen, „weil der Beruf mittlerweile ausgestorben ist“. Diese Tätigkeit lohne sich finanziell nicht mehr, sei ihr berichtet worden. Die Werbefotografin sehe, wie viel in Vergessenheit gerät, und wolle mit ihren Bildern „einen Teil davon bewahren“.

Einige Aufnahmen entstanden quasi vor der Haustür der Fotografin, andere in anderen Teilen Deutschlands im Ausland. Die Bilder sind alle aktuell, wurden eigens für die Ausstellung geschossen. Gestern hatte die Fotografin noch einen Zimmermann vor der Linse, der ebenfalls zu sehen sein wird.

Geschäfts-Einrichtung stammt aus dem Jahre 1911

Lediglich zwei Bilder sind älter: Sie wurden bereits 2016 in Manhattan gemacht. Damals startetet Andrea Lang mit ihrem Traditionsberufe-Projekt, fotografierte sie einen Hutmacher, dessen Geschäft 1911 eingerichtete wurde, und einen Friseur in seinem Geschäft aus dem Jahre 1928.

Alte Handwerkskunst habe auch mit Entschleunigung zu tun, meint Andrea Lang: „Wir werden in eine andere Welt versetzt, eine die beruhigt, in der alte Handgriffe ausgeführt werden, in der Altes bewahrt wird, in der Menschen überzeugt und begeistert sind, von dem, was sie tun.“

Herzensprojekt in Coronakrise wieder aufgegriffen

 

„Ich wollte dann eigentlich weiter an der Reihe arbeiten, kam aber nicht mehr dazu, weil Kundenaufträge natürlich Vorrang haben.“ Erst vor kurzem, als sie durch die Coronakrise zwangsläufig etwas mehr Zeit hatte, griff die 39-Jährige das Herzensprojekt wieder auf. Während der Fototermine habe sie tolle Einblicke in diverse Werkstätten und Arbeitsweisen gewonnen, berichtet die Neuengammerin.

Auch in Zukunft möchte Andrea Lang Handwerker, die alte Besucher repräsentieren, ablichten. „Ich hoffe, dass sich irgendwann ein Buchprojekt daraus ergibt.“

Präsentiert werden 20 Schwarz-Weiß-Fotografien im Format 30 mal 40 Zentimeter, bei denen sich Andrea Lang von dem dokumentarischen Stil des bedeutenden Fotografen August Sander (1876-1964) inspirieren ließ, in alten Fensterrahmen aus Eisen. „Anders als bei meinen Werbe-Shootings mit Fotokonzept, sind diese Aufnahmen nicht lange vorbereitet, sondern im Reportagestil, ohne größere Inszenierung.“ Sie lege stets Wert darauf, mit ihren Aufnahmen eine Geschichte zu erzählen.

Einige der fotografierten Handwerker haben ihr bereits angekündigt, dass sie sich die Ausstellung selbst ansehen wollen. „Sie werden sicherlich für einen Schnack zu haben sein“, sagt die Organisatorin.

Eine kurze Vorschau davon auch schon hier…[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

© Bergedorfer Zeitung

2020/09/12 15:00:00

Fotoausstellung Altes Handwerk & Traditionsberufe

Samstag 12.09. – Sonntag 13.09.2020, je 14.00-18.00 Uhr
Cafe Vierlanden, Neuengammer Hausdeich 471, 21039 Hamburg
Eintritt frei