New York hat mich buchstäblich umgehauen

New York hat mich buchstäblich umgehauen

New York hat mich buchstäblich umgehauen

Meine Hintergrundstory zur New York Fotoreportage:

 

Als bekennender Nicht-Großstadtfan waren meine Erwartungen nicht allzu groß. Dennoch hat mich New York nachhaltig beeindruckt. Denn neben den Werbeanzeigen und dem Gewusel auf dem Times Square, den Wolkenkratzern und all dem Verkehr in Manhattan, hat New York noch viel mehr zu bieten. Fotografisch gesehen ist es ein Traum!

 

Der Norden von Brooklyn sprudelt trotz Gentrifizierung immer noch vor Kreativität und Andersartigkeit. In Williamsburg läuft man irgendwie durch eine verkehrte Welt. Auch wenn die Vorreiter und Künstler mit ihren Ateliers mittlerweile nach Bushwick weiter gezogen sind, sind die Hipster geblieben. Rund um die Bedford Avenue, wo ich untergebracht war, gab es so viel zu entdecken:

Hinterhöfe mit aussortierten Dingen, die so positioniert waren, dass sie wie eine Kunstinstallation wirkten. Streetart und Graffiti, wo man auch hin schaute. Frauen in Leggings und übergroßen Schulterpolster-Mänteln, die den 80ern in nichts nach standen. Nichts passte zusammen. Oder war das Prinzip: je unpassender und auffälliger, desto besser…? Es war schon extrem gewollt hip! Die Schanze kann sich jedenfalls noch mal umschauen. Denn hier wurden die Vollbärte und „bauchfrei mit Leggings“ erfunden!

 

Da kann es einem schon mal passieren, dass man sich beim Frühstück in einem Café, bei einem veganen Pancake und grünem Minz-Banane-Shake, gegenüber von zwei Mädels, eine im Bademantel, die andere definitiv durchgemacht mit verlaufenem Mascara und Netzstrumpfhose, wieder findet.

Fotografisch gesehen ist New York ein Traum!

Was ich auf Reisen ja immer gerne mache ist „einfach mal loslaufen“. Und das kann man in New York ganz hervorragend machen, um Neues zu entdecken. Es zog mich ins südliche Williamsburg. Ich landete im ultraorthodoxen, jüdischen Viertel der Chassidim, und wurde mit viel Tradition überrascht. Die Frauen trugen Perücken und Kopftücher, und schoben für gewöhnlich Kinderwagen vor sich her. Die Männer trugen nebst Bärten und Schläfenlocken schwarze Fedoras oder eine mir bislang unbekannte Kopfbedeckung. Offenbar wird diese Tradition nur noch in sehr wenigen chassidischen Gemeinden zum Schabbat und an Feiertagen gepflegt. Verheiratete Männer tragen Strejml, wie ich später nach schlug. Das sind riesige, runde Hüte, von Pelz umrundete Samt-Kappen, die auf ihren Köpfen tronen.

Von Brooklyn setze ich mit der Fähre nach Manhattan über. Bei der Überquerung des East Rivers schaukelte die Fähre mit einem Mal so stark, dass ich beim Fokussieren der Skyline von Manhattan und Williamsburg Bridge den Halt verlor. Anstatt mich aber festzuhalten (wie es jeder normale Mensch tun würde), landete ich rücklings auf dem Hintern, hielt aber meine Kamera schön in die Höh. Wahrscheinlich würde ich das auch noch kurz vor dem Ertrinken reflexartig so machen. Diese Darbietung erregte so viel Aufmerksamkeit, dass mir nach Lachen und Aufstehen nichts anderes übrig blieb, als einen Hand betonten Diener zu machen, und für Amusement zu sorgen. Was soll´s! Solche Dinge sollte man mit Humor nehmen. Und außerdem war ich ja froh, dass meiner Canon nichts passiert war…

 

Nach vielen Kilometern und Fotos: Andrea Lang im New York Centralpark © Biskup
Nach vielen Kilometern und Fotos brauchte ich im Centralpark eine Pause.

Besonders in Brooklyn, Little Italy und Williamsburg fand ich es extrem spannend neue Perspektiven und Blickwinkel zu finden, um mehr oder weniger plakative Kunst und Streetart zu entdecken. Es bringt einfach Spaß die Welt mit anderen Augen zu sehen… Dinge zu finden, an denen manch anderer vorbei geht. Ich kann gar nicht anders, als diese Augenblicke auch durch die Linse festzuhalten.

 

Für mich war NY hoch, dreckig, kreativ, vielseitig, busy, manchmal unfreundlich, markenbewusst, fake, gelb, hip, und sehr kontrastreich… und in jedem Fall mal eine Reise wert!

 

Was ich aus meinem NY Trip gelernt habe? Immer offen für Neues bleiben!
Auch wenn meine Erwartungen nicht allzu groß waren, wurde die Reise extrem spannend und vielseitig. Ich habe meine eigene, kleine Entdeckungsreise daraus gemacht. Und diese möchte ich gerne mit Dir teilen: Zur Serie New York! Eine fotografische Reise mit ungewohnten Blickwinkeln

 

Beitragsfotos © Biskup

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